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Die Idee

1986 - Eine Idee wird in die Tat umgesetzt. Das erste Dannstadter Vergleichsfliegen findet statt.

Von Gerhard Guhmann

Im Frühjahr 1982 nahmen Hans Schöffler und ich zum ersten Mal an einem Segelflugwettbewerb teil, dem Hockenheimer Vergleichsfliegen. Da es mir an entsprechender Erfahrung und Selbstbewusstsein mangelte, musste Hans einige Überzeugungsarbeit leisten, bis er uns anmelden konnte. In totaler Unterschätzung des Leistungsniveaus in Hockenheim traten wir blauäugig an und konnten unter 36 Teilnehmern der Standardklasse (darunter der damalige Weltmeister Baer Seien) noch einen guten vorletzten Platz erringen. Trotzdem: wir hatten Blut geleckt.

Hier in Dannstadt war in den letzten Jahren in Sachen Streckenflug oder gar Wettbewerbsfliegerei tote Hose:

außer Bruno Walz und Gerhard Altnöder gab es nahezu niemand, der “Segelflugsport“ betrieb. Man beschränkte sich auf die Flugausbildung und pflegte ansonsten die Streitkultur: persönliche Differenzen verschiedener Mitglieder eskalierten in solchem Umfang, dass 18 Vereinsaustritte zu beklagen waren und durch unbedachte Äußerungen die umliegenden Amtsgerichte einiges zu tun hatten. Hier mussten dann so wichtige Fragen geklärt werden, ob und in welchen (Ehe-)betten die Vereinspolitik gemacht wird, ob Pfarrer von Berufs wegen lügen und ob in Bruno‘s Nusshörnchen auch wirklich Nüsse sind!?! Zermürbt und demotiviert durch die Streitereien kamen die “Alten“ nur noch ungern zum Flugplatz und den Leistungsflug hatte erst recht niemand im Sinn.

Es lag nun an uns “Jungen“, unbelastet dank der “Gnade des späten Vereinseintritts“, den Segelflugsport, den Streckenflug und den sportlichen Vergleich im Wettbewerb wieder anzukurbeln und zu neuem Aufschwung zu verhelfen.
 
Der Aufschwung
 
Motiviert von einem 3. Platz beim Südblock-Ausscheidungsfliegen in Lachen, machte ich mir im Winter 84/85 Gedanken, ob es nicht möglich wäre, bei uns in Dannstadt einen kleinen Wettbewerb ins Leben zu rufen. Dabei klang mir ein Satz des Hockenheimer Wettbewerbsleiters Waldenberger immer noch in den Ohren: “Bei uns isch jädes Wochenende Wettbewerb“. Und so schwebte mir ein Vergleichsfliegen vor, das sich möglichst auf zwei oder drei Wochenenden beschränken sollte. Die Regeln und Auswertung sollten einfach und leicht nachvollziehbar sein (pro km 2 Punkte, Berücksichtigung des Index, fertig) und das Niveau sollte sich im Rahmen der Vereinsmöglichkeiten bewegen. Es sollte ein Wettbewerb werden, der insbesondere dem Anfänger und Vereinsflieger die Möglichkeit bietet, Erfahrungen zu sammeln und den Reiz und die Schönheiten des Streckenflugs kennen zu lernen.

Zusammen mit Hans, der als Segelflugreferent bei der Umsetzung der Idee entscheidend mitwirkte, entwarfen wir ein einfaches Konzept und legten als Termin für den ersten Wertungstag den 1. Mai 1986 fest. Während Hans noch an seinem Auswertungsprogramm für den Computer strickte, begann ich mit der Suche nach Teilnehmern. Doch das war nicht einfach: obwohl jeder Scheininhaber teilnehmen konnte und auch die Nenngebühr von 20 Mark für jeden erschwinglich schien, war fast niemand bereit mitzumachen. Manche trauten sich nicht, einige scheuten den Vergleich, aus Angst sich zu blamieren. Verschiedenen war die Sache einfach nur lästig. Nach wochenlanger Bettelei und unter Aufwendung aller Überzeugungskunst hatte ich dann doch 14 Teilnehmer aus beiden Vereinen auf der Liste. Einen konnte ich nur gewinnen, indem ich die Nenngebühr für ihn bezahlte. Nachdem noch einige organisatorische Probleme überwunden waren, konnte dann an den ersten beiden Maiwochenenden 1986 das erste Dannstadter Vergleichsfliegen stattfinden.

Dass wir einmal das 10. Dannstadter Vergleichsfliegen veranstalten werden, hielt ich damals eher für unwahrscheinlich.